Am Samstag, den 23.05.2026, fand in der Zeit von 08:30 Uhr bis 16:30 Uhr am Feuerwehrhaus der Feuerwehr Klosterflecken Ebstorf eine ganztägige Ausbildung zum Thema „Patientengerechte Unfallrettung“ statt.
An der Ausbildung nahmen rund 30 Einsatzkräfte der Feuerwehren Wriedel-Schatensen, Klosterflecken Ebstorf, Brockhöfe/Lintzel, Hanstedt I sowie Melzingen teil.
Geleitet wurde die Ausbildung von Olaf Venske. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch zwei Ausbilder der Firma Weber Rescue Systems, die ihr Fachwissen und ihre Erfahrungen praxisnah an die Einsatzkräfte vermittelten.
Zu Beginn der Ausbildung stand ein umfangreicher Theorieteil auf dem Programm. Hierbei wurden die Grundlagen der patientengerechten Unfallrettung vermittelt. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der sogenannten „AUTO-Regel“, welche den Einsatzkräften eine strukturierte Erkundung von verunfallten Fahrzeugen ermöglicht.
Dabei steht das „A“ für austretende Betriebsstoffe. Hierbei wird geprüft, ob Kraftstoffe, Schmierstoffe oder Kühlflüssigkeiten austreten. Ebenso wird auf auffällige Gerüche, beispielsweise Gasgeruch, sowie auf Geräusche wie Zischen oder Knattern geachtet.
Das „U“ beschreibt die Kontrolle des Unterbodens. Dabei wird insbesondere auf Auffälligkeiten wie Gastanks, beschädigte Auspuffanlagen oder orangefarbene Hochvoltleitungen bei Elektro- und Hybridfahrzeugen geachtet.
Das „T“ steht für den Tankdeckelbereich. Dieser liefert oftmals Hinweise auf alternative Antriebsarten, Ladeanschlüsse oder QR-Codes für Rettungsdatenblätter.
Mit dem „O“ für Oberfläche wird das Fahrzeug äußerlich auf Modellbezeichnungen, E-Kennzeichen, Hybridkennzeichnungen oder andere Hinweise auf besondere Gefahren untersucht.
Darüber hinaus wurde die besondere Bedeutung der Kommunikation zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst hervorgehoben. Gerade bei der patientengerechten Rettung ist eine enge Abstimmung aller beteiligten Rettungsorgane von entscheidender Bedeutung, um eine schnelle und gleichzeitig möglichst schonende Rettung der verunfallten Personen sicherzustellen.
Im anschließenden Praxisteil standen drei unterschiedliche Unfallszenarien zur Verfügung. Hierbei handelte es sich um ein Fahrzeug in Dachlage, ein Fahrzeug in Seitenlage sowie ein Fahrzeug auf allen vier Rädern mit Gasantrieb.
Zunächst wurden die Fahrzeuge durch gemischte Gruppen aus allen teilnehmenden Feuerwehren erkundet. Dabei erklärten die Ausbilder ausführlich, worauf bei einem verunfallten Fahrzeug zu achten ist und wie die AUTO-Regel praktisch angewendet wird.
Im weiteren Verlauf wurden die Fahrzeuge mit unterschiedlichen Einsatzmitteln gesichert. Dabei kamen unter anderem das Stab-Fast-System sowie das sogenannte Stab-Pack-System zur Stabilisierung der Fahrzeuge zum Einsatz. Zusätzlich wurde das Thema Glasmanagement ausführlich behandelt und praktisch durchgeführt. Hierbei wurde erklärt und geübt, wie Fahrzeugscheiben kontrolliert entfernt oder gesichert werden, um Gefahren für Patienten sowie Einsatzkräfte möglichst gering zu halten.
Anschließend erfolgte die Schaffung erster Zugangsöffnungen zum Patienten. Parallel dazu wurden Maßnahmen zur weiteren Stabilisierung des Patienten durchgeführt. Im weiteren Verlauf kamen hydraulische Rettungssätze zum Einsatz. Dabei wurde sowohl mit akkubetriebenen Geräten als auch mit hydraulischen Rettungsgeräten mit Aggregat gearbeitet, sodass die Teilnehmenden verschiedene Systeme vergleichen und praktisch anwenden konnten. Schritt für Schritt wurde demonstriert und geübt, wie eine patientengerechte Rettung aus den unterschiedlichen Fahrzeuglagen durchgeführt werden kann. Je nach Position des Fahrzeuges ergaben sich hierbei unterschiedliche technische sowie taktische Herausforderungen.
Zwischen den einzelnen Übungsabschnitten wurden immer wieder sogenannte „Aktiv-Pausen“ durchgeführt. Dabei erläuterten die einzelnen Gruppen den übrigen Teilnehmenden ihre Vorgehensweisen, eingesetzten Techniken sowie gemachten Erfahrungen. Dieser intensive Austausch sorgte für eine hohe Beteiligung aller Einsatzkräfte und förderte den feuerwehrübergreifenden Wissenstransfer.
Die Teilnehmenden bewerteten die Ausbildung durchweg positiv. Besonders die praxisnahe Vermittlung der Inhalte, die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Feuerwehren sowie die Möglichkeit, unterschiedliche Rettungstechniken direkt anzuwenden und zu vergleichen, wurden hervorgehoben. Viele Einsatzkräfte konnten neue Erkenntnisse und hilfreiche Tipps für den Einsatzdienst mitnehmen.
Zum Abschluss der Ausbildung bedankte sich Olaf Venske bei allen Teilnehmenden für die engagierte Mitarbeit sowie bei den beiden Ausbildern von Weber Rescue Systems für die professionelle und praxisorientierte Durchführung der Ausbildung.



